Was muss ich beachten?

Überlegungen vor der Anschaffung einer KATZE

Sie möchten einer Katze aus dem Tierheim ein neues Zuhause geben? Bevor Sie Ihren neuen Hausgenossen mitnehmen, bedenken Sie bitte Folgendes:

  1. Eine Katze ist -wie jedes Tier- kein Spielzeug, das man bei Nichtgefallen einfach umtauschen kann. Für die territoriumsbezogene Katze bedeutet jeder Ortswechsel großen Stress. Besonders schlimm ist es, wenn das Tier wieder zurück ins Tierheim muss.
  2. Katzen kosten Geld! Im Laufe eines Jahres müssen Sie mit etwa 350 € rechnen die „normalen“ Kosten für Futter, Streu und Tierarzt.
  3. Katzen haben Krallen. Teppiche und Polstermöbel werden im Laufe der Zeit den einen oder anderen Kratzer abkriegen. Am ehesten schützen davor viele katzengerechte Kratzgelegenheiten wie Kratzbäume und -bretter. Kommen Sie nicht auf die Idee, die Vorderkrallen amputieren zu lassen – das ist Tierquälerei!
  4. Katzen verlieren Haare. Sie sind Fellwechsler, haaren also im Frühjahr und Herbst, wenn das Winterfell zu- bzw. abgelegt wird.
  5. Katzenspiele kennen keine Grenzen. Im Eifer des Gefechts kann schon mal etwas zu Bruch gehen.
  6. Katzen haben ihren eigenen Kopf. Sie sind nicht vergleichbar mit dem wesentlich anhänglicheren und dressierbaren Hund.
  7. Katzen brauchen Zuwendung. Ohne richtigen Kontakt zu „ihrem“ Menschen kümmern sie dahin. Sie müssen sich also täglich genügend Zeit nehmen, um Ihrem Stubentiger seine Streicheleinheiten zukommen zu lassen.
  8. Katzen wollen Hausrecht haben. Einer Katze können Sie keinen bestimmten Platz zuweisen, sie nimmt die gesamte Wohnung in Besitz.
  9. Katzen verlangen Treue! Die Entscheidung für eine Katze bindet Sie für viele Jahre, auch im Urlaub – eben ein Katzenleben lang!
  10. Zwei Katzen sind manchmal besser als eine! Wenn Sie berufstätig sind und Ihre Katze ausschließlich in der Wohnung gehalten wird, kümmert das Tier ohne jegliche Ansprache und Beschäftigung dahin. In diesem Fall sind zwei Tiere auf jeden Fall besser als eine Einzelkatze.
  11. Wenn Sie noch niemals zuvor eine Katze hatten, informieren Sie sich anhand von Büchern. Diese kleine Investition sollte Ihnen die artgerechte Haltung Ihres neuen Hausgenossen schon wert sein. Der Lohn ist eine zufriedene Katze, die Ihnen und Ihrer Familie viel Freude bereiten wird!
  12. Nehmen Sie sich Zeit bei der Wahl Ihres zukünftigen Mitbewohners! Entscheidend ist nicht allein das Aussehen, das Tier muss auch zu Ihnen und Ihrer Lebensweise passen.

Nun entscheiden Sie sich, ob eine Katze das richtige Haustier für Sie ist. Wenn Sie nicht ganz sicher sind, nehmen Sie sich lieber noch etwas Zeit zum Nachdenken. Unsere Tierheimbewohner laufen Ihnen nicht weg! Wenn Sie jedoch sicher sind, dass sich ein Stubentiger bei Ihnen wohlfühlen wird, so setzten Sie sich bitte mit uns in Verbindung.

Überlegungen vor der Anschaffung eines HUNDES

Bevor Sie auf den Hund kommen, prüfen Sie, ob Sie es ernst meinen mit dem vierbeinigen Kameraden. Ein Hund ist weder pflegeleicht noch anspruchslos.

Hierzu einige Gedanken:

  1. Können Sie Ihrem zukünftigen Gefährten genügend Auslauf bieten (z.B. in der Stadt) ?
  2. Paßt der Hund zu Ihren Wohnverhältnissen?
  3. Erlaubt Ihr Vermieter die Haltung von Haustieren?
  4. Sind Sie dazu bereit und in der Lage auch in 10 Jahren noch für Ihren Hund da zu sein?
  5. Können Sie das Geld für Futter, Steuern und besonders auch anfallende Tierarztkosten aufbringen?
  6. Haben Sie viel Geduld und Zeit für den Hund? Besonders bei Welpen?
  7. Wäre der Hund nicht zulange alleine (auch besonders bei Welpen)?
  8. Sind alle Ihre Familienangehörige mit dem Hund einverstanden und kümmern sich auch alle um den Hund?
  9. Wissen Sie schon, wo Sie Ihren Hund unterbringen, wenn Sie in Urlaub (o.ä.) fahren?

Wenn Sie all diese Fragen mit Ja beantworten können finden Sie bestimmt den richtigen Hund bei uns im Tierheim.

Überlegungen vor der Anschaffung eines KLEINTIERES

Tipps für die Anschaffung von kleinen Haustieren:

  1. Alle Familienmitglieder informieren sich v o r der Anschaffung über die Bedürfnisse, Ernährungsgewohnheiten, übliche artspezifische Krankheiten, Impfungen und allgemein über entstehende Kosten bei fachkundigen Stellen, möglichst bei Tierschutzorganisationen und nicht im gewerblichen Tierhandel, da man dort hauptsächlich an guten Einnahmen (für oft ungeeignetes Tierzubehör) interessiert ist. Tierheime geben auch gute Literaturtipps.
  2. Alle Familienmitglieder müssen mit der Anschaffung einverstanden sein – denn dem Tier wird nichts Gutes getan, wenn es von einem oder gar mehreren Familienmitgliedern abgelehnt wird oder „nur“ für die Kinder angeschafft wurde.
  3. Vor der Anschaffung muss abgeklärt werden, ob ein Familienmitglied an einer Tierhaar- oder Feder- bzw. Gefiederstauballergie leidet. Berücksichtigt werden müssen auch Allergien gegen Einstreu und lebensnotwendige Futtermittel wie Heu für alle Nager und Kaninchen.
  4. Ein Tier ist kein Spielzeug, auch Kleintiere haben ihren eigenen Willen und ihre eigenen Bedürfnisse, die es von allen Familienmitgliedern zu beachten gilt.
  5. Der neue Hausgenosse muss auch mit anderen bereits vorhandenen Haustieren zusammen passen. (z. B. keine Vögel zu Katzen!)
  6. Für die Anschaffung von kleinen Tieren wie Hamstern, Mäusen, Meerschweinchen und Kaninchen gilt: Ein sinnvoller, rücksichtsvoller Umgang mit dem Tier ist erst im Schulalter möglich. Vorher ist ein Plüschtier besser zum Schmusen und Knuddeln geeignet. Außerdem kann es zu einer Überlastung der Eltern führen, wenn sie sich Tiere anschaffen, solange zuhause noch ein oder mehrere Babies intensiv betreut werden müssen.
  7. Die künftigen Tiereigentümer müssen bereit sein, im Krankheitsfall rechtzeitig zum Tierarzt zu gehen (bei Kleintieren kann man nicht abwarten) und die entstehenden Tierarztkosten zu bezahlen. Diese können den Anschaffungspreis bei Weitem übersteigen. Ein Tier leiden zu lassen, ist nach dem Tierschutzgesetz verboten und moralisch verwerflich.
  8. Bei Kleintieren ist ein tägliches genaues Beobachten noch notwendiger als bei größeren Tieren, da Erkrankungen oft sehr schnell auftreten und akut verlaufen. Kleine Organismen können Krankheitserregern nicht so lange standhalten wie größere.
  9. Halter sollten selbstverständlich im Sinne des Tierschutzes bereit sein, gesellige Tiere nicht einzeln zu halten und dafür Sorge zu tragen, dass keine ungewollte Vermehrung eintritt (Kastration).
  10. Tiere, welche ein Leben als Einzelgänger bevorzugen (wie Hamster), dürfen nicht mit anderen Artgenossen in handelsübliche Käfige gesperrt werden, da dies zu gegenseitigen Bissverletzungen und sogar zu Todesfällen führen kann.
  11. Tiere brauchen eine größtmögliche Unterbringungsmöglichkeit. Kaninchen und Meerschweinchen dürfen nicht in Käfigen oder Stallboxen gehalten werden wie anno dazumal, sondern brauchen Freilauf in einem rundum gesicherten Außengehege oder in einem tierfreundlich eingerichteten Zimmer oder Innengehege. Die Anschaffung eines Außengeheges ist nicht billig. Auch das ist vor dem Kauf zu beachten. Vögel brauchen täglich Freiflug in „ihrem“ Zimmer. Das verursacht Schmutz, den der Halter regelmäßig entfernen muss.
  12. Zuerst wird die Unterkunft aufgebaut, danach erst das Tier oder die Tiere angeschafft.
  13. Bei Hamstern und Mäusen muss der Käfig mindestens 80 cm lang sein, besser 1 m. Abwechslungsreiche, tierfreundliche Einrichtungsgegenstände sind ebenfalls Pflicht. Hamster und Mäuse dürfen niemals miteinander gehalten werden. Mäuse scheiden Bakterien aus, welche für andere Nager tödlich sind! Achtung, keine Unfallquellen mit einbauen!
  14. Tiere bitte niemals bei Hinterhofzüchtern kaufen, nur weil sie dort billiger sind! Wer Tiere sehr billig abgeben kann, hat für deren Gesundheit auch kein Geld ausgegeben.
  15. Der künftige Halter darf seinem Tier nur gute Lebensmittel verfüttern. Schimmelige und faulige Nahrung ist tabu und kann bei Nagern zu tödlichen Aufgasungen im Magen-Darm-Trakt führen (Gärungen, Blähungen, Faulprozesse)! Nur frisches Futter hat auch genügend Vitamine!
  16. Sollten sich die Lebensumstände des Halters so verändern, dass eine Tierhaltung in der Zukunft nicht mehr möglich ist, ist der Halter moralisch verpflichtet, eine gute neue Unterkunft für sein Tier zu finden. Ist dies im Familien- und Freundeskreis nicht möglich, so bleibt nur der Gang ins Tierheim. Aussetzen oder töten ist eine unvertretbare Grausamkeit!